Aiptek Sportycam (Helm)kamera

Aiptek Sportycam am HelmWährend man auf dem Rad sitzt gibt es häufig eine Gelegenheit, bei der man sich wünschte eine Kamera im Anschlag zu haben. Aber auf dem Rad (und gerade Rennrad) ist das leider nicht so einfach.

Abhilfe verspricht die Sportycam des Herstellers Aiptek. Die Kamera besteht eigentlich nur einem batteriebetriebenen Objektiv das sich an jedem Camcorder mit AV-IN (2,5 mm Klinke) anschließen lässt und kann auch als Helmkamera benutzt werden.

Bei verschiedenen Onlinehändlern findet man die Kamera direkt in Verbindung mit dem Camcorder DV 8900 ebenfalls von Aiptek für ca. 150 EUR.
Diese Kombination macht auch Sinn. Schließlich hat man zumindest als Rennradler nicht immer einen Rucksack auf dem Rücken, in dem sich ein klobiger Camcorder verstauen lassen würde. Daher muss der Camcorder in die Rückentaschen eines Trikots passen. Genau das klappt auch mit dem Aiptek DV 8900 da er gerade mal so groß wie eine Zigarettenschachtel ist. Ein bisschen schwerer zwar, aber kein Problem für eine Rückentasche.

Aber erstmal zu Sportycam:

Die Kamera ist ca. 8 cm lang und 1,4 cm im Durchmesser. Für den Betrieb braucht es 2 AAA-Batterien. An

Die Sportycam am Helm
der Kamera befindet sich an der Seite auch ein Ein-/ Ausschalter, der aber nur für die Kamera gilt.
Der Camcorder bekommt das Signal leider nicht mit und läuft immer weiter.
Zu der Kamera gehört eine aus Kunstleder und Plastikfolie bestehende Schutzhülle. In diese Schutzhülle wird die Kamera einfach reingesteckt. Für das Kabel gibt es hinten an der Hülle einen Schlitz.
An der flachen Unterseite der Hülle sitzt ein starker Klettverschluss. Damit lässt sich die Kamera mit Hülle an allem festpappen, was für einen Klettverschluss zu greifen ist.

Für die Befestigung am Helm liegt ein sehr elastisches Befestigungsband bei. Das Band ist dabei aus einem Material, an dem der Klettverschluss wie mit Pattex haftet. Das finde ich durchdacht.

Da die Kamera nur mit Strom versorgt werden muss, der Rest der Technik im Camcorder sitzt, ist sie erfreulich leicht. Nur ein bisschen kleiner hätte sie vielleicht ausfallen können.

Aufnahmequalität:

Die Sportycam schafft eine Auflösung von 640×480 Pixel. Also VGA. Für den Kinoabend auf der Großleinwand ist das natürlich zu wenig – für kleine Clips speziell für das Internet aber genau richtig.
Auch hier macht die Kombi mit der DV 8900 wieder Sinn. Aber dazu später mehr.
Ein Manko hat die Kamera aber: Bei Dämmerung, geschweige denn bei Dunkelheit, wird das Bild einfach grottenschlecht. Es ist nicht nur so, dass man kaum noch etwas erkennen kann, die Videos werden durch die Sportycam auch noch mit einem flackernden Streifenmuster aufgenommen. Das passiert aber nur bei Dämmerlicht/Dunkelheit und ist bei normalem Einsatz tagsüber kein Problem.

Camcorder Aiptek DV 8900:

Der Camcorder ist wie bereits gesagt ideal für den Einsatz zusammen mit der Sportycam für Sportvideos.

Nicht nur Größe und Gewicht zeichnen ihn dazu aus, sondern auch dass er Videos direkt im MPEG 4 Format

Die DV8900 und eine Zigarettenpackung
Die Aiptek DV8900 ist nicht größer als eine Zigarettenpackung
auf einer SD-Karte aufnimmt.
Das begrenzt natürlich etwas die Aufnahmezeit. In der höchsten Auflösung (VGA) bekommt man knapp zwei Stunden auf eine 2GB SD-Karte. Von der Karte aus kann man die Videos aber direkt als AVI-Files auf den Rechner laden.

Im Paket des Camcorders findet sich außerdem noch ein Ministativ, eine IR-Fernbedienung, eine Tasche und Kabel für den Anschluss direkt am Fernseher.

Akkulaufzeit:

Der Akku ist mit 700 mAh etwas schwach auf der Brust. Im Dauerbetrieb hält er gerade mal 2 Stund

Die Aiptek DV8900 von der Seite
Und breiter auch nicht
en. Das deckt sich zwar mit der Aufnahmezeit auf einer 2GB SD-Karte, aber ist nicht gerade berauschend.
Geladen wir der Akku direkt in der Kamera – auch direkt beim Anschluss über USB an den Rechner.
TIPP: Bei dem Akku handelt es sich um Standardware mit der Bezeichnung 6108. Dieser Akkutyp wird auch von NOKIA verwendet und man bekommt ihn ihm Netz auch in der stärkeren Ausführung (>1.000 mAh) bereits für unter 10 EUR.

Aufnahmequalität:

Der Camcorder verdient den Namen Camcorder nicht wirklich. Ich würde ihn nie als vollwertige “Videokamera” benutzen wollen. Das Bild ist zwar für VGA wirklich gut und auch gut ausgeleuchtet, aber bei Dämmerung ist auch hier direkt schluss. Zudem fehlt ein optischer Zoom. Natürlich gibt es ein digitales Pendant, aber ein optischer Zoom ist und bleibt einfach unersätzlich für einen richtigen Camcorder.

Zusätzlich ist der Camcorder eine Digitalkamera mit 5 MP. Die Aufnahmen sind ok, aber auch hier fehlt der optische Zoom. Bei Anschluss der Sportycam sind aber keine Fotos mehr möglich. Mit der Sportycam können wirklich nur Videos aufgenommen werden. Natürlich können Fotos später aus den Videos herausgeschnitten werden – dann aber nur mit VGA Auflösung.

Fazit:

Für den Einsatz als Kamera beim Sport wie Radfahren, Skifahren, Klettern … ist die Kombination aus Aiptek Sportycam und Aiptek Camcorder DV 8900 durchaus zu empfehlen. Insbesondere wenn Videos für das Internet produziert werden sollen.

Für den Einsatz als vollwertiger Camcorder oder für die Produktion von qualitativ hochwertigen Videos ist der DV 8900 und auch die Sportycam nicht geeignet.
Auch können beide Geräte nur bei Tageslicht sinnvoll eingesetzt werden. Bei Dunkelheit lässt die Qualität einfach zu sehr nach.

Umständlich zeigt sich, wenn man die Kamera während der Fahrt an- oder ausschalten will. Das geht nur am Camcorder und wenn der (evtl. wasserdicht) am Rücken verstaut ist, kann man das vergessen. Da hilft nur “Film laufen lassen” und später schneiden.

Der schwachen Akkulaufzeit ist durch günstige Zusatzakkus beizukommen.

Ich werde die Sportycam demnächst im Einsatz als Helmkamera eifrig testen und auch Beispielvideos online stellen. Bisher kann ich sie aber als Sportkamera mit ein paar kleinen Schwächen durchaus empfehlen.

Update:
Inzwischen habe ich auch den ersten Ausflug mit der Cam hinter mir.
Ergebnis: Super Bild, Ton auch ok (wenn der Fahrtwind nicht bläst)

Aaaaaber: Achtet darauf, dass ihr das Objektiv ausrichtet NACHDEM ihr auf dem Rad sitzt. Im Stand war alles super, aber auf dem Rad war die Position dann doch etwas anders. Also habe ich mal locker flockig wahlweise meinen Vorderreifen oder die Straße gefilmt weil das Objektiv zu sehr nach unten zeigte.
Dazu braucht man dann wohl noch eine weitere Person. Einer den Camcorder hält und danach die Kamera ausrichtet, während der Kameramann in Fahrposition auf dem Sattel hockt.

Die Highlights habe ich aber hier mal zusammengeschnitten:

Hinweis: Ich habe das Video hier auf 320×240 runtergerechnet und die Dateigröße optimiert. In der Orginalqualität ist das Bild sehr scharf und komplett ohne Fragmente.

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