Tour an Christi Himmelfahrt

Das lange Wochenende wollte ich wieder für eine kleine Tour nutzen.

Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, von München nach Ulm und weiter an den Bodensee zu fahren. Da ich aber wieder auf den letzten Drücker nach Hotels gesucht hatte, erfuhr ich erst am Dienstag dass in Konstanz Messe ist und alle Hotels rund um den Bodensee ausgebucht – oder nicht zu bezahlen waren.
Ich entschied, von Ulm dann in den Norden, statt in den Süden zu radeln. Während meiner Tour nach Köln hatte ich eine kurze Rast in Dinkelsbühl gemacht und die Stadt hatte mir sehr gefallen. Von der Entfernung passte das auch und so ging es am Donnerstag los. Erst nach Ulm, dann nach Dinkelsbühl.

Die ersten 50 Kilometer liefen recht gut, allerdings machte mir das Wetter ein bisschen zu schaffen. Es war schwül und sehr drückend. Das Wetter wusste bis Mittag nicht genau was es wollte. Bei Kilometer 60 verließ mich dann das Glück. Nach über 2.000 km ohne Panne hatte ich einen Plattfuß. “Nicht schlimm” dachte ich mir, “hast ja einen Ersatzschlauch dabei”. Also fix das Rad runter. Aber beim Anpumpen des neues Schlauches wunderte ich mich: Nicht passierte. War die Pumpe putt? Nein – genau am Ventil hatte der neue Schlauch ein recht großes Loch. Na Spitze. Also hieß es flicken. Ich gab mir redlich Mühe und nach 20 Minuten genervter Arbeit konnte ich weiterfahren.

Ich möchte mich hier nochmal etwas über andere Radfreunde aufregen. Ich hockte direkt am Radweg an der B10. Es kamen sicher bald 20 Rennradler vorbei, aber keiner fragte ob ich alles hätte und/ oder Hilfe brauchte. Da es meist Gruppen waren, hätte ich gerne einen Schlauch abgekauft oder ähnliches. Aber der Blick ging immer starr geradeaus – es wurde mal kurz geschaut und dann wieder weiter als wäre ich Luft. Das kannte ich von meiner letzten Tour anders.

Nun ja – ich kam ja auch alleine zurecht. Nach 10 km wurde ich aber eines Besseren belehrt. Wieder ein Platter. Wieder hinten. Der Flicken war nicht dicht und nochmal flicken hilft da wohl nicht. Also musste der zweite Schlauch wieder dran glauben und diesmal gelang es mir besser – nach weiteren nervigen und kraftkostenden Minuten konnte ich weiterfahren. Am Ende haben mich diese beiden Pausen gut eine Stunde, eine Menge Nerven und erschreckend viel Kraft gekostet. Obwohl die geplanten 125 Kilometer nicht die Welt sind, war ich total platt als ich nach ca. 4,5 Stunden netto mein Hotel in Ulm erreichte. Gerade noch rechtzeitig vor dem großen Regen.

Freitag ging es dann erstmal ab in einen Radladen um einen neuen Schlauch zu besorgen. Da der leider erst um 10 Uhr öffnete, kam ich erst gegen 11 Uhr in Ulm los – aber ich wollte nichts riskieren. Die Erschöpfung vom Vortag hatte mich wirklich vorsichtig werden lassen.
Der Freitag war dann aber von Beginn an wolkig und mir war klar: Ich werde nass! So kam es dann auch. Kurz nach Heidenheim ging es los und ich wurde nass wie noch nie. Es hagelte sogar so stark, dass die Hagelkörner wie Schnee am Straßenrand liegen blieben. Auf der Straße lief das Wasser zu schnell :/
Am frühen Nachmittag kam aber auch wieder die Sonne raus und das Wetter wurde ideal zum radeln. Nur der stete und starke Nordwind waren nicht so prickelnd. Alles in allem verlief der Freitag aber auch konditionell wesentlich, wesentlich besser als der Vortag. Ich erreichte das wunderschöne Dinkelsbühl nach etwas mehr als 100 km und verbrachte noch einen schönen Abend in der Altstadt.

In meinem Hotel lernte ich dann, dass “Die goledene Rose” zu den vier ältesten Hotels Deutschlands gehört. Dazu gehört auch das Hotel “Zum Riesen” in Miltenberg am Main. Da war doch was? Richtig: Im Riesen habe ich auf meiner Tour von München nach Köln zu Abend gegessen ;) Ich entdecke noch ganz Deutschland mit dem Rad wenn das so weiter geht.

Samstag ging es dann auch ganz fix zurück. Für Sonntag hatte ich die RTF “Quer durch die Holledau” in Moosburg auf dem Programm …

Hier noch ein paar Impressionen der zwei Tage:

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