Merkwürdige Leute in eckigen Kisten
Liebe Autofahrer, ich habe ein paar Fragen an Euch!
Nun gut, natürlich bin auch auch selber Autofahrer, aber ehrlich gesagt kann ich mich nicht an auch nur eine Begegnung mit einem Radfahrer erinnern, bei der ich meinte hupen zu müssen oder sonst irgendwie meinen Unwillen kunf zu tun.
Seit ich aber selber im Sattel sitze, habe ich bei jeder Tour mindestens eine Begegnung der merkwürdigsten Sorte. Dabei muss ich vielleicht noch sagen, dass ich meist äußerst rechts fahre wenn die Straße es zulässt (so 20-30cm vom Seitenstreifen) und mein Po auch keinen Meter breit ist.
Dazu aber ein paar Fragen:
- Was ist so schwer daran einen ca. 15-20 km/h schnellen Radfahrer zu überholen?
Dauernd erlebe ich es (gerade wenn es bergauf geht) dass ich höre wie sich hinter mir ein Auto nähert … und es wird langsamer und langsamer und langsamer und irgendwann habe ich das Gefühl, ich werde beobachtet oder mein Verfolger möchte mir mit seiner Stoßstange bei meinem Qualen helfen.
Selbst bei geradester Strecke bleibt der Verfolger hartnäckigst hinter mir und wartet und wartet und wartet …. aber auf WAS DENN? Dass ich Absteige und ihn überholen lasse? Oder gebe ich bergauf so ein elendes Bild ab, dass man sich hinter mir versucht den letzten Erste-Hilfe-Kurs ins Gedächtnis zu rufen? Warum fährt man denn nicht einfach vorbei? Ist ja nicht so als hätte ich 50km/h auf dem Tacho und mein Rad ist zum Glück unwesentlich kürzer als ein Bus.
Kurzum: Es nervt! - Warum werde ich/ wir angehupt?
Gut, bei Autos von vorne kann ich es ja noch verstehen. Wie jeder der mich als Ausgeburt an Coolheit schon mal gesehen hat. Aber von hinten?
Dazu fallen mir eigentlich nur zwei Gründe ein:
1. Wir rotieren gerade
Liebe Autokollegen: Wenn man mit mehreren Leuten Radfährt macht das nicht nur mehr Spaß, sondern es ist auch entspannter. Man kann sich nämlich den Gegenwind vorne teilen was das Radeln für alle dahinter entspannter und kraftschonender macht – und das geht so: Man fährt artig hintereinander, Reifen an Reifen und ein armer Kamerad schluckt vorne den Gegenwind weg. Das ist natürlich gemein und da Radfahren auch ein Teamsport ist, löst man sich dabei ab. Dazu muss dann aber ein Radfahrer zumindest seinen Vordermann überholen um – genau! – vor ihn zu kommen. Wenn man jemanden überholen will, muss man an diesem vorBEI fahren. Also neben ihn fahren. Drüber geht ja nicht und in Luft auflösen kann sich der Vordermann ja auch nicht. So kommt es also, dass man mal zwei Radler nebeneinander sieht. Natürlich kann es auch mal sein dass man sich kurz verständigen will, aber tatsächlich erlebe ich das sinnbefreite Hupen oft wirklich in der Rotation. Mitdenken liebe Autofahrer …2. Der Huper möchte einen darauf aufmerksam machen, dass es einen Radweg gibt
Jo! Und so merkwürdig es sein mag: Den benutzt der ottonormale Rennradler auch sehr oft. Dazu braucht es aber ein paar Voraussetzungen: So muss der Radfahrer wissen dass es den Radweg gibt, der Radweg muss eine bestimmte Länge und Qualität haben.
Das Radfahren treibt einen sehr durch die Lande. Dabei ist man dann auch mal in Gegenden die man vorher noch nie gesehen hat. Nun rauscht man mit 60 km/h einen Berg herab und auf ein Mal: “Huch: Ein Radweg. Huch: Einfahrt vorbei.” Ich glaube es ist keiner böse wenn man dann NICHT rumdreht und auf einen Radweg einbiegt, dessen Ende man bereits absehen kann. Auch teilt man sich einen Radweg dann mit anderen Radlern und Fußgängern. Ein schönes Beispiel dazu von meiner heutigen Tour: Ich fahre auf dem Radweg mit knapp 40 km/h. Vor mir fährt eine Mutter mit ihrem Spross. Sobald ich ihn Hörreichweite bin, klingel ich 2 Mal. Mutter schaut sich empört um, Kind auch und wie das bei Kindern manchmal so ist, fährt er auch prompt in die Richtung in die er schaut. Jetzt ist das so eine Sacher wenn man für andere Radler unverschämt schnell unterwegs ist und einem dann noch ein Kind mit Schrittgeschwindigkeit volle Möhre vor’s Vorderrad rollt. Mir blieb nur der Ausweg in die Wiese (die zum Glück da war).
Rennrad fährt man eben nicht um mal eben zum Einkaufen zu fahren sondern weil man es als Sport ausüben will und das heißt halt auch mal schnell.
Hinzu kommt dann dass viele Radwege nicht unbedingt so “sauber” wie eine Straße sind und ein Rennradreifen mit 7-9 bar ist da schon mal etwas empfindlicher als die typische Mountainbike-Walze.
Wie auch immer, ich bin ja selber Vielfahrer mit dem Auto und auch als Fußgänger/ Wanderer bin ich häufig unterwegs. Dabei habe ich auch immer Kontakt mit eben anderen Verkehrsteilnehmern. Aber wie gesagt: Ich habe dabei noch kein Erlebnis gehabt, bei dem ich in dem Verhalten der andere Gruppe keinen Grund oder Sinn sehen konnte und musste sie so auch nicht blöde anmachen.
Aber ich glaube das ist ein Kampf gegen Windmühlen und im Grunde so alt wie es Autos gibt.
Schade eigentlich.
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