Ein „DESMEN“ auf Malle (Ein Reisebericht)

Fred und DesmenUwe
hoLiebe Radfreunde,

das Jahr 2010 hat begonnen und auch bei uns geht so langsam die Saison wieder los. Wie im letzten Jahr auch ist unser Uwe zum Saisonstart erstmal eine Woche nach Mallorca entschwunden. Das kann und soll gerne zur Tradition werden! Wir wünschen Euch ein tolles und erfolgreiches Radjahr 2010 und hier für uns und euch sein Reisebericht inkl. Bilder als Auftakt für viele weitere Kilometer Straße:

Zur Vorbereitung auf die kommende Saison war eine Woche auf Malle geplant. Dies sollte die 11. KW (14.03. – 21.03.2010) sein. Gebucht war das Hotel Taurus-Park in El Arenal und das Radsportpaket von Fred Rompelberg (www.fredrompelberg.com). So weit, so gut!

Allein schon die Vorbereitung war nicht einfach. Das Wetter in den Tagen vor der geplanten Reise war alles andere als optimal. Sogar Schnee gab es im 17. Bundesland. Also was mitnehmen?

Aufgrund der Wettervorhersage und mit etwas Mut hatte ich mich für eine lange und zwei kurze Garnituren Radklamotten entschieden. Dazu noch Armlinge, Knielinge und vorsichtshalber Überschuhe. Auf meinen Renner hatte ich verzichtet, ein Mietrad tat es auch.

Sonntagmorgen um 5:50 Uhr startete der Flieger von München nach Malle und das sogar pünktlich! Dort angekommen brachte mich der Bus von 1*2 Fly zum Hotel. Das Hotel Taurus Park wirbt mit vier Sternen.  Die Ausstattung der Zimmer entspricht dem Flair der beginnenden 70er Jahre. Technik ist Mangelware. Die Steckdosen im Zimmer waren verbaut, einzig im Bad gab es eine Möglichkeit, das Ladegerät vom Handy anzuschließen.

Internet gab es auch! Per Wireless LAN nur in der Hotelhalle. Dazu musste eine spezielle Zugangskarte erworben werden oder an 10 PCs, die mit Münzen gefüttert, den Zutritt ins WEB gestatteten. Es waren nicht die schnellsten Modelle und die Viertelstunde kostete 1,- €. Zudem gab es nur spanische Tastaturen. Supertoll bei den deutschen Umlauten.

Aber das Essen in dem Hotel ist reichhaltig und gut!

Nach dem Bezug des Zimmers galt es, das Fahrrad und das Radsportpaket zu besorgen. Hierzu musste man in die Boutique von Fred Rompelberg im Keller des Hotels Taurus Park. Hier wird alles vertragliche erledigt. Dies macht Tine, Freds Frau. Das Radsportpaket beinhaltet die Gutscheine für die Verpflegung während der Touren (Banane und Brot oder etwas Süßes), einen Umhängebeutel, ein Trikot (gute Qualität), eine Trinkflasche, ein Stirnband oder eine Mütze und eine Duschgelprobe und ein Muscle Relax von Born.

Von Tine bekommt man auch die Unterlagen um das Fahrrad im Keller des benachbarten Hotels übernehmen zu können. Als Pfand für das Fahrrad und das Schloss sind 15,- € zu hinterlegen. Auch die geführten Touren kann man bei ihr buchen.

Im Fahrradkeller (ist über die Straße im Playa de Palma) angekommen, macht man zumeist die erste Bekanntschaft mit Fred. Er überwacht die Ausgabe und Rücknahme der Renner. Und da wurd’s kompliziert. Ich hatte einen 58er Rahmen bestellt. Bekommen habe ich einen 62er. Dann gab´s eine kurze Diskussion zwischen Fred und mir über die passende Rahmengröße. Sie endete damit, dass mir Fred erklärte, dass sie ein anderes Maß haben. Also bekam ich einen 54er Rahmen, der in Größe und Aussehen sehr dem gewünschten 58er Rahmen entsprach. Die von mir mitgebrachten Pedale (Look Keo) wurden fachgerecht angeschraubt. Dazu gab es eine Luftpumpe, eine Satteltasche mit Schlauch und Reifenhebern und einen Tacho. Der Platz, an dem ich das Fahrrad dann aufzubewahren hatte wurde mir gezeigt. Ich wurde in die wechselweise Vorder- bzw. Hinterradaufhängung (wegen des Platzes) eingewiesen, wie das Rad gegen Diebstahl zu sichern ist und das Pumpe, Tacho und Satteltasche während der Aufbewahrung nicht am Fahrrad verbleiben dürfen. Die Renner selbst  haben einen Alu-Rahmen, eine Carbongabel und eine 3×10 Ultegra-Schaltung. Bereift mit Conti 4000S kann eigentlich fast nichts schief gehen.

Danach konnte ich zur ersten Tour (noch allein) starten. Aufgrund der Temperaturen hatte ich mich für ein langes Dress entschieden. In der Sonne war es damit schon recht warm. Nur der Wind war etwas frisch. Die erste Ausfahrt klappte gut und am Abend stand dann die Begrüßung durch Fred und sein Team an.

Fred stellt das Team einzeln vor. Wer sie sind, was sie gemacht haben und welche Tour sie begleiten. Und, ganz wichtig! Man bekommt das Teamlied HALIHALO beigebracht. Dann gibt es noch Hinweise zu den Abläufen, den Touren und was sonst noch wichtig ist oder sein könnte.

Es gibt verschiedene Radsportgruppen. Die Plausch-, die Hobby-, die Tour- und die Speedgruppe. Je nach eigenem Vermögen kann man sich einer Gruppe zuordnen. Ich habe mich für die Hobbygruppe entschieden. Ein 25er Schnitt und immer so um die hundert Kilometer pro Tour reichten mir für den Anfang. Zumal ich aufgrund des langen Winters in Bayern noch weit hinter meinen Wunschkilometern lag.

Montagmorgen um 10 Uhr ging es, bekleidet mit kurzem Trikot, Armlingen und Knielingen, dann los. Fred sortiert die Gruppen und die Gruppenleiter. Ich habe mir die Gruppe  – vermutlich wegen des gleichen Vornamens – von Uwe Kurz als Guide ausgesucht. Und ich lag richtig. Uwe gab uns immer den Freiraum, das wir uns austoben konnten und zur rechten Zeit hat er die Gruppe gebremst und zusammen gehalten.

Die erste Tour geht für alle Gruppen erst grobe Richtung Osten, da wo die Insel nur wellig ist. Die ersten Kilometer, am Hotel Delta vorbei, wird etwas schneller gefahren um Radler, die sich für eine falsche Gruppe entschieden haben, auszusortieren.  Nach etwa 10 Km gibt es einen Stopp, alle Gruppen treffen sich und es wird, wo notwendig, umsortiert. Dann geht es weiter. Ich hatte dieses Jahr eine gute Gruppe erwischt. Selbst in den Bergen musste man nur 5 – 10 Minuten warten, bis alle wieder bei einander waren. Die Gruppe war gut gemischt mit Holländern und Deutschen. Nach 102 Km waren wir wieder beim Hotel und auf der Terrasse gab es, auf Einladung des Fred Rompelberg Teams, ein Getränk.

Der Radtag endete mit einem Sektempfang und einer Abfrage von Fred nach den ersten Eindrücken.

Am Dienstag wurde die Sache insgesamt schon hügeliger. Aufgrund der Sonne fuhr ich kurz und hatte es nicht bereut. Wir erklommen Galilea (liegt auf 500 m). Dort gab es eine Kaffepause und auf dem Rückweg wurde noch der Col de Sa Creu (395m) überquert. Die tolle Aussicht auf Palma war die Mühe wert. Die Abfahrten von den einzelnen Bergen an diesem Tag waren eng und an Raserei war nicht zu denken. Nach der Abfahrt vom Col de Sa Creu ging es zur besten Verkehrszeit durch Palma. Zum Teil auf der linken Spur durch das Verkehrsgewimmel war gewöhnungsbedürftig. Aber es hat funktioniert. Am Schluss sind wir noch mit 38 Sachen über den Strandboulevard gedonnert, man wollte ja als erster auf der Terrasse sein und dort einen Sonnenplatz ergattern. Beim Rückweg von den meisten Touren kommt man bei Paco vorbei. Um diese Jahreszeit ein reiner Radlertreff. Paco grüßt Radgruppen beim Vorbeifahren immer mit seiner Glocke. Die ganze Tour war 98 km lang und 1000 HM waren gemeistert

Mittwoch ist immer Ruhetag. Ich habe diesen Tag genutzt, um mit einer kleinen gemischten Gruppe (Plausch-, Hobby- und Tourgruppe) eine leichte Ausfahrt nach Rapita zu machen. Der Kaffee im dortigen Yachtclub ist gut und günstig.  Ganz zu Anfang wurden wir überrascht. Die Auffahrt am Hotel Delta vorbei gingen wir langsam an. Wirklich langsam.

Rasender Hochradfahrer
Rasender Hochradfahrer
Plötzlich von hinten ein Geräusch. Aha! Ein Carbonrenner! Falsch! Wir wurden von einem Hochradfahrer überholt. Es ist schon komisch, wenn ein solches Teil im Blickfeld der Augen auftaucht und die Pedale über der eigenen Kopfhöhe wirbeln. Und der Typ war echt schnell unterwegs. Das war´s auch schon. Nach 81 unspektakulären Kilometern waren wir wieder im Hotel.

Der Donnerstag ist immer der Tag der Königsetappe. Geplant war eine Tour über Valldemossa (408HM) zum Port de Sòller und retour über den Col de Soller (496 HM) und kleine Hügeln zum Hotel. Insgesamt hatte die Etappe 1200 HM und eine Länge von 114 Km. Die Auffahrt nach Valldemossa beginnt etwas giftig. Wenn man sich da zurückhält, ist der Rest des Berges problemlos zu fahren. Ähnlich verhält es sich mit dem Col de Soller. Ein ehrlicher Berg mit vielen Serpentinen. Sowohl in der Auf- als auch in der Abfahrt.

Der Freitag ist zum Ausklingen da. Die Tour führte uns zum Radstadion nach Sineu und auf dem Rückweg streiften wir Randa. 101 Km zum Spaß haben. Zwei Runden im offenen Radstadion vor dem Kaffee waren mal etwas anderes. Am Abend war die offizielle Verabschiedung. Kilometerqueen und -king wurden geehrt und die am Dienstag gemachten Bilder wurden überreicht.

Der Samstag war nochmal als „Privatfahrt“ gedacht. In kleiner Gruppe hatten wir uns entschlossen nach Randa und zum Kloster Cura zu fahren. Cura liegt auf 543 Metern und man hat einen fantastischen Ausblick über die Insel.

Danach ging es an die Abgabe des Rades. Fred war wieder da. Seine Frage, ob das Rad gut war konnte ich ihm positiv beantworten. Seinem Wunsch, ihn weiter zu empfehlen komme, ich auf diesem Wege nach.

(Bilder: Tine Rompelberg, Gerhard Huth und Uwe Moosmann | Text: Uwe Moosmann)

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