Die Tour: Tag 3 (Lost in Garmination)

Sooo, der Tag begann wieder gegen 8:30 Uhr auf dem Rad.

In Miltenberg war schon gut Betrieb am Ostersamstag und mein Weg führte mich für gut 20 Kilometer den Main entlang. Danach ging es dann links weg und ab in die flankierenden Hügel. Hier ging es auch direkt ans Eingemachte.

Es lief aber wie gestern Nachmittag: Keine Schmerzen in Beinen oder Rücken. Alles wie weggeblasen. Nur der Po beschwert sich ein bisschen, aber da muss er durch.

Ach ja, seit gestern Mittag plagt mich ein leichter Durchfall … aber dazu später mehr.

Nachdem ich die Hügel hinter mir gelassen hatte, ging es in der Ebene Richtung Aschaffenburg und irgendwann erreichte ich Offenbach.
Hier began das Drama: Ich wusste zwar, dass mich meine Route durch Frankfurt führen wurde, aber ich dachte ich fahre mehr oder weniger aussen vorbei. Pustekuchen. MITTEN durch ging es. Wirklich ins absolute Zentrum. Vorher waren noch 2 km der Strecke wegen eines Flohmarkts gesperrt, den ich mangels passender Umfahrung durchwandern dürfte.

Am nervigsten in Frankfurt war aber das dauernde Stop&Go an den Ampeln, das Kopfsteinpflaster, die Enge, die S-Bahnschienen usw.
Apropos Kopfsteinpflaster … ich sage nur: Durchfall. Es war ein Graus. Durch den ganzen Hickhack schaffte ich in 1,5 Stunden gerade mal 10 km – ein grauenvoller Schnitt und das warf mich beträchtlich in meinem Tagesplan zurück. Ich bekam früher Hunger als erwartet, musste etwas essen usw usw.

Als dann eeeendlich Licht am Ende Frankfurts zu sehen war, meinte mein Navi mich auf eine Kfz-Only Bundesstraße führen zu müssen und war davon auch absolut nicht abzubringen. Ich musste mich also selber – dauernd unterbrochen vom nervenden Navi – um die Route kümmern und verlor so zusätzlich Tempo und Zeit.
Wer mich kennt weiß, dass ich bei Problemen mit technischen Geräten nicht aus der Ruhe zu bringen bin und viel Geduld habe … ich kann schon mal sagen: Das Navi ist hieb- und stoßfest :/

Iiirgendwann war ich dann wieder auf der geplanten Route und fuhr vor lauter Freude und mangelnder geographischer Kenntnisse strahlend in den Taunus ein. Taunus … Wälder, Berge …

Das war der Hammer der letzten Tage. Der Anstieg wollte einfach kein Ende nehmen. Irgendwann war ich dann in Königsstein, aber hier war der Anstieg immer noch nicht zu Ende. Weiter und weiter und weiter ging es bergauf. Um 15:40 war ich gerade in Glashütten und hatte noch 35km vor mir. Um die Zeit wollte ich schon am Ziel sein … eigentlich.

Aber ab da ging es nur noch bergab. Die nächsten 7km fraß ich mit einem Durchschnittstempo von 52 km/h in wenigen Minuten. Unten angekommen führte die Strecke weiter über die B8 am Emsbach vorbei. Am Bach => Plattes Land. Ich trat ordentlich in die Pedale und raste mit im Schnitt 33 km/h auf Limburg zu. Meine Finishing-Moves waren schon immer groß :)

So war ich dann um kurz nach halb 5 in Limburg und an meinem Hotel. Und der Durchfall ist auch weg ;) Wusste ich es doch: Dauernder Druck macht hart …

Limburg habe ich mir auch schon angeschaut und bin begeistert. Ist bisher die schönste Stadt auf der Tour, obwohl die anderen zwei auch viel zu bieten hatten. Auf der Suche nach meiner Portion Nudeln bin ich im “Schwarzen Adler” untergekommen. Ein Gasthaus im tollen Ambiente und wunderbarem Essen.

Ich sage nur: Ruccolasalat mit Balsamicodressing, Parmesan UND Preisselbeeren. Ganz lecker. Als Hauptspeise dann schwarze Tortelini mit Lachsfüllung … hmmmm, ein Traum.

So klingt also der letzte Abend aus – morgen geht es dann auf die letzte Minietappe von 90km bis nach Hause.

Zum Abschluss wieder ein paar Bilder und die GPS-Daten:

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2 Antworten to “Die Tour: Tag 3 (Lost in Garmination)”

  1. Bürokollege Says:

    Die Leiden des jungen Baus! Scheinbar fällt aber der geplante Regen aus. Das hätte ich gern noch gesehen. Aber wie ich dich kenne, wird das nicht deine letzte Mehrtagestour gewesen sein.

  2. Steffi und Daniel Says:

    Das hätten wir auch gerne gesehen, wie du dich pitschnass durch den Regen kämpfst…

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